Kammermusik-Matinee 4: Tanzen, Singen, Träumen
Kleine Ensembles, ganz individuell: Die von den Orchester-Musiker:innen zusammengestellten Programme bieten Schmuckstücke der Kammermusik sowie Neuentdeckungen, Raritäten und besondere Arrangements.
Dass es sich bei Volksmusik und Kunstmusik um unterschiedliche Dinge handelt, ist klar. Dass sie viel gemeinsam haben, aber ebenso. Kaum ein Komponist oder eine Komponistin, die sich nicht irgendwann von Liedern und Tänzen ihrer Heimat oder eines anderen Landes inspirieren ließen. Und dies spiegelte sich auch im Programm der 4. Kammermusik-Matinee wider, gestaltet von Flötistin Leonie Bumüller und fünf Kolleginnen und Kollegen aus der Streichergruppe des Orchesters.
Zünftiges vom Berliner Romantiker Heinrich Hofmann
Dabei waren einige musikalische Entdeckungen zu machen. Die Serenade von Heinrich Hofmann zum Beispiel, eines früher viel gespielten Berliner Komponisten: romantische Kammermusik vom Feinsten, mit einem zünftigen Finale "in ungarischer Weise".
Auftritt mit Piccolo: Schulhoffs Concertino
Oder das Concertino von Erwin Schulhoff für die ungewöhnliche Kombination Flöte, beziehungsweise Piccolo, Bratsche und Kontrabass. Dieser reizvollen Besetzung gewinnt Schulhoff aparte Klangwirkungen ab, und auch bei ihm wird zwei Mal furios zum Tanz aufgespielt.
Mit indigenem Einfluss - das Flötenquintett der Amerikanerin Amy Beach
Ruhiger geht es bei der amerikanischen Komponistin Amy Beach zu: Sie legte ihren Variationen für Flötenquintett das Thema eines indianischen Wiegenliedes zugrunde, das sie einige Jahre zuvor geschrieben hatte - keine originale "Volks"-Musik, aber eine von der indigenen Kultur inspirierte. Absolut hörenswert!