Digitalisierung beim KBA - Verkehrsminister Wissing schreddert Akten

Stand: 27.03.2025 18:20 Uhr

Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat am Donnerstag beim Kraftfahrt-Bundesamt letzte Papierakten aus dem Punkteregister geschreddert. In Flensburg stellte er mit dem Fahrzeugschein das nächste digitale Projekt vor.

von Ben Armstrong

Meterlange Regale haben jahrzehntelange im Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg gestanden und waren bis an den Rand gefüllt mit Papierakten. Jetzt haben sie endgültig ausgedient. Seit Februar 2025 läuft das Punkteregister in Flensburg vollständig digital. Symbolisch hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) am Donnerstag die letzten Dokumente vernichtet. Künftig sollen laut KBA Informationen über den Punktestand vor allem online über die KBA-Webseite abgerufen werden. Vor Ort oder per Post wird es aber auch weiter möglich sein - dann per Ausdruck. Durch die Digitalisierung werden laut Behörde im Jahr rund fünf Tonnen Papier eingespart.

Digitale Punkte - Auskunft für Nutzerinnen und Nutzer

Laut KBA können sich Verbraucherinnen und Verbraucher unkomplizierter und schneller über ihren Punktestand informieren. Auch intern sollen die Meldeprozesse dadurch schneller ablaufen. Damit seien die Daten stets aktuell. "Wenn alles so funktioniert, wie angekündigt, gibt es für die Verbraucher eine Menge Vorteile", meint ADAC Sprecher Rainer Pregla. Für die Online-Auskunft ist ein Identitätsnachweis erforderlich. Es braucht also einen Ausweis mit Online-Funktion und einer dazugehörigen PIN.

Bald auch Fahrzeugschein per App auf dem Handy

Nach der Digitalisierung bei der KBA in Flensburg soll als nächstes der Fahrzeugschein digitalisiert werden und dann über die "i-Kfz"-App abrufbar sein. Der Fahrzeugschein enthält alle wichtigen Informationen über das eigene Fahrzeug - bislang sind Autofahrer verpflichtet, das Papier mitzuführen. Mit der neuen App soll man das Dokument im Handy speichern können. Wenn das Auto auf einen zugelassen ist, kann man den Schein per Personalausweis oder QR-Code in der Anwendung hinzufügen. Laut KBA startet im April eine Testphase. Diese Pilotphase soll Ende des ersten Halbjahres 2025 auslaufen. Dann soll die Anwendung bundesweit verfügbar sein.

Der ADAC blickt mit gemischten Gefühlen auf den digitalen Fahrzeugschein. Wenn ein Fahrzeug von mehreren Personen genutzt werde, könne er hilfreich sein, betont ADAC - Sprecher Rainer Pregla: "Auch diejenigen, die wichtige Dokumente lieber sicher zu Hause verwahrt wissen, werden die neue Möglichkeit zu schätzen wissen". Aber es müsse noch geklärt werden, ob man unterwegs für die Nutzung mobile Daten braucht. Der Empfang könnte nicht überall im Land ausreichend sein, vermutet der ADAC.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.03.2025 | 14:00 Uhr

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