Eine Tonne Kokain vor Spiekeroog: Vier Jahre Haft für Schmuggler
Vor dem Landgericht Oldenburg sind am Dienstag zwei Drogenschmuggler zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sie waren angeklagt, weil sie mit einem Kutter vor Spiekeroog nach einer Tonne Kokain gesucht hatten.
Ein 50-jähriger Niederländer muss nun für vier Jahre und drei Monate in Haft. Er war laut Landgericht der Kapitän des Fischkutters. Der zweite Angeklagte, ein 47-jähriger Mann aus Serbien, muss für vier Jahre ins Gefängnis. Sie wurden wegen Beihilfe zum Handel und zur Einfuhr von Drogen in nicht geringer Menge verurteilt. Das Gericht ist sich sicher, dass die beiden verurteilten Männer im März von Cuxhaven mit einem Fischkutter ausgelaufen waren, um nördlich von Spiekeroog nach einer Tonne Kokain zu suchen. Ein dritter Angeklagter erhält ein eigenes Verfahren, weil er möglicherweise die Ladung vor Gericht nicht erhalten hatte.
Kokain ist weiterhin verschwunden
Die Drogen soll ein Komplize zuvor von einem Schüttgutfrachter abgeworfen haben, der auf dem Weg von Brasilien nach Brake gewesen war. Weil der Fischkutter dabei mehrmals die Fahrrinne kreuzte, sind die Männer ins Visier der Bundespolizei geraten und dann festgenommen worden. Die Drogen haben weder die Schmuggler noch die Ermittler gefunden. Sie sollen verschollen sein, das geht aus Chatprotokollen hervor, die im Prozess gesichtet wurden. Die Nordsee gilt als Route für Drogenschmuggler. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.