Neues Quartier an Altonas Elbkante: Bürgerbeteiligung gestartet
Nach 20 Jahren Planung soll an der Elbkante von Hamburg-Altona ein neues Quartier entstehen. Bei der Bürgerbeteiligung im Rathaus Altona am Mittwochabend gab es dafür Kritik und Zustimmung. An der Großen Elbstraße sind eine Markthalle, Büros und Wohnungen geplant.
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger wollten über die Elbkante unterhalb des Altonaer Balkons mitbestimmen. Die häufigste Kritik gab es am Neubau eines Kaispeichers. "Da steht ein dicker Klotz und der ist viel zu breit, viel zu hoch und wieder sieht man die grandiose Elbe nicht", sagte eine Bürgerin.
Diskussionen über den künftigen Elbblick
Rainer Schluff, Chef der Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH, hielt dagegen: Alle anderen Neubauten seien niedrig. "Die Gebäude sind auch flach gehalten, sodass sie eigentlich von überall gute Blickwinkel auf die Elbe haben und durch die Platzgestaltung sogar noch bessere Durchblicke haben." Zudem will er viele alte Hallen abreißen für mehr Elbblick. Die Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH, eine Tochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), hatte die Pläne für das neue Quartier zu Beginn der Woche vorgelegt.
Wunsch nach Wiedereröffnung des Schellfischtunnels
Ein großer Wunsch ist noch, den historischen Schellfisch-Eisenbahntunnel wieder zu öffnen: "Es gibt tolle Überlegungen, diesen Tunnel zu nutzen. Den Tunnel würde ich als Erlebnistunnel gestalten", sagte ein Bürger. Doch der Schellfischtunnel, der früher Kühlzüge von der Elbe unter dem Altonaer Bahnhof hindurchführte, bräuchte Lüftungs- und Brandschutzsysteme, die sehr teuer wären. Hierfür gibt es laut Bezirksamt Altona keinen Investor.
Zustimmung für geplante Markthalle
Große Zustimmung bei der öffentlichen Plandiskussion fand die geplante Markthalle an der Großen Elbstraße. Sie soll vor allem Fisch aber auch Obst und Delikatessen bieten und bis in den späten Abend öffnen. Zudem will der Investor die bisherige Fischwirtschaft erhalten. Auch die geplante neue Promenade an der Elbe stieß auf positive Resonanz.
In einigen Wochen wird der Stadtplanungsausschuss Altona die Diskussion auswerten. Dann könnte der neuen Bebaungsplan für die zehn Hektar an der Altonaer Elbkante noch dieses Jahr beschlossen werden.