Handyverbot an Schulen? Hamburg plant kein Gesetz, aber Empfehlungen
Bundesweit wird über Verbote von Handys an Schulen diskutiert. In Hessen sollen Kinder und Jugendliche ihre Smartphones an Schulen bald nicht mehr privat nutzen können. Hamburg plant kein gesetzliches Handyverbot - es soll aber Empfehlungen geben.
In Hamburg können die Schulen weiterhin selbst entscheiden, wie und wann Schülerinnen und Schüler Handys benutzen dürfen. Das läuft über die Schulkonferenz und die Hausordnung. Laut Schulbehörde ist es wichtig, dass die Regelungen gemeinsam getroffen würden, sonst seien sie praktisch nicht umsetzbar: "Wer sollte ein Handy-Verbot denn kontrollieren und wie, wenn das von Eltern und Schülern nicht mitgetragen wird?", heißt es von der Behörde. "Das kann wohl kaum eine Aufgabe für Lehrkräfte sein."
Empfehlungen für Smartphone-Umgang sind in Arbeit
Allerdings sollen jetzt Empfehlungen an die Schulen für den Umgang mit Handys erarbeitet werden - sowohl für die Grundschulen als auch für die fünften bis achten Klassen. Das ist bei der Bildungsministerkonferenz vereinbart worden. Wann diese vorliegen, ist laut Schulbehörde aber noch unklar. "Sinnvoll wäre es, wenn die Schulkonferenzen zu Beginn des neuen Schuljahres auf Basis der Empfehlungen beraten und entscheiden können", sagt Behördensprecher Peter Albrecht.
Unterstützung von der Schüler:innenkammer
Die Hamburger Schüler:innenkammer findet es richtig, wenn Lehrpersonal, Eltern, Schülerinnen und Schüler die Handyregeln an ihrer jeweiligen Schule gemeinsam beschließen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht ein grundsätzliches Handyverbot eher kritisch.
Unter Hamburger Eltern gibt es laut Elternkammer verschiedene Meinungen dazu: "Eine klar überwiegende Position für ein generelles Handyverbot erkennen wir gegenwärtig nicht", sagt die Elternkammer-Vorsitzende Simone Kohl.
Verein will Handys einsammeln lassen
Es gibt aber eine Hamburger Elterninitiative, die unter anderem fordert, dass Smartphones vor Unterrichtsbeginn eingesammelt und erst nach Schulschluss wieder herausgegeben werden. Der Verein "Smarter Start ab 14" hat nach eigenen Angaben bei der Bildungsministerkonferenz im März eine entsprechende Petition überreicht - mit über 65.000 Unterschriften.
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