Männerhand hält ein Wasserglas unter einen Wasserhahn. © science photo/fotolia Foto: science photo

Kolumne: "Lebendiges Wasser"

Stand: 20.03.2025 09:00 Uhr

Wasser ist Leben. Aber immer mehr Menschen leiden unter Wassermangel. Das kostbare Nass ist schon Kriegsgrund und politisches Machtmittel. Deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource wichtig.

von Radiopastor Heiko von Kiedrowski

Die ersten fünf Liter Wasser gehen bei mir schon nach dem Aufstehen durch den Wasserhahn und durch die Spülung. Dann eine Kanne Kaffee - ohne den mag ich meinen Tag nicht starten: noch ein Liter. Wenn ich jetzt noch duschen gehe, dann habe ich ungefähr dreißig bis vierzig Liter Wasser verbraucht, und damit schon drei- bis viermal so viel wie Menschen in Mosambik oder auf Haiti für den ganzen Tag zur Verfügung haben.

Sauberes Trinkwasser ist in Deutschland selbstverständlich

Durchschnittlich kommen wir in Deutschland auf einen Wasserverbrauch von 128 Litern pro Tag, ungefähr eine Badewanne voll. Wir sind gut durch unsere Wasserwerke versorgt, strenge Vorschriften und regelmäßige Kontrollen wachen darüber, dass wir zuhause einfach nur den Hahn aufdrehen müssen. Der Zugang zu Wasser ist so einfach, dass ich mir immer mal wieder bewusst machen muss: Was für mich hier in Deutschland selbstverständlich ist, ist in vielen anderen Ländern absolute Mangelware - sauberes Trinkwasser.

Wassermangel: Alle vier Sekunden stirbt ein Kind

Dabei ist Wasser ist ein Grundbedürfnis für alle, das wichtigste Lebensmittel. Aber viele Millionen Menschen haben aufgrund ihrer Wohnsituation oder aufgrund technischer Mängel keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und etwa alle vier Sekunden stirbt ein Kind auf dieser Welt, nur weil es kein sauberes Wasser hat.

Große Konzerne beuten Wasserressourcen aus

"Gott weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser." Vor mehr als zweitausend Jahren schrieb jemand diese Worte auf - und wir finden sie heute noch in der Bibel. Damals war das der Inbegriff der perfekten Lebensbedingungen, Ausreichend Futter fürs Vieh und Wasser für alle. Heute erinnern mich die Worte an das, was durch uns Menschen in Gefahr gerät: eine gesunde Umwelt und eine gerechte Verteilung der Ressourcen für alle. Wir lassen es zu, dass große Konzerne in Ländern mit Wasserknappheit tiefe Brunnen bohren und damit den Grundwasserspiegel immer weiter senken, um sich dann das Wasser teuer bezahlen zu lassen.

Weltwassertag erinnert an verantwortungsvollen Umgang

Heiko von Kiedowski © Kirche im NDR Foto: Guido Kollmeier
"Sauberes Wasser ist für mich selbstverständlich. In vielen anderen Ländern ist es absolute Mangelware", sagt Heiko von Kiedrowski.

Die Vereinten Nationen haben vor fünfzehn Jahren den Anspruch auf sauberes Wasser in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Und sie erinnern jedes Jahr mit dem Weltwassertag am 22. März daran, dass wir verantwortungsvoll mit unserem Wasser umgehen müssen.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jede Woche vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kirchenleute heute | 19.03.2025 | 10:40 Uhr

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Ein Herz, Kreuz und Anker aus Silber vor blauem Hintergrund © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

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