Statue Christus Erlöser der Anden in Paso de la Cumbre, bei Uspallata, © picture alliance / imageBROKER Foto: Peter Giovannini

Aus beiden eins machen - und Frieden schaffen

Stand: 17.02.2025 10:00 Uhr

Die Statue Cristo Redentor de los Andes steht auf knapp 4.000 Metern auf dem Paso de la Cumbre in den Anden. Sie ist seit 1904 ein Symbol für das friedliche Miteinander zwischen Argentinien und Chile.

von Pastor Helmut Nagel

Ein Foto liegt vor mir: Im Hintergrund ist eine hohe Bergkette zu sehen. Davor ragt eine Christus-Statue in den Himmel. Wer jetzt denkt, es ist ein Foto der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro mit der Christusstatue, den muss ich enttäuschen. Aber Südamerika stimmt.

Himmel in der Abenddämmerung © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
AUDIO: Gesegneten Abend (2 Min)

"Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat"

Auf einer kleinen Platte an der Christusstatue finden sich folgende Worte: "Eher sollen die Berge der Anden in Staub zerfallen, als dass die Völker von Argentinien und Chile den Frieden brechen, den sie zu Füßen ihres Erlösers zwischen sich aufgerichtet haben." Diese Inschrift steht auf dem sechs Meter mächtigen Granitsockel, der die fast sieben Meter hohe Christusstatue trägt. Nach diesen Sätzen ist noch ein lateinischer Text eingraviert, der übersetzt bedeutet: "Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat." Ein Zitat aus dem Epheserbrief der Bibel über Jesus.

Friedensschluss zwischen Chile und Argentinien im Jahr 1902

Der brasilianische Bildhauer Mateo Alonso hat diese Bronzeskulptur erstellt. Sie ist auf dem Paso de la Cumbre, einer 3832 Meter hohen Passhöhe zwischen Argentinien und Chile aufgerichtet. Der Grund dafür: Anfang des vergangenen Jahrhunderts bereiteten sich Chile und Argentinien auf einen Krieg gegeneinander vor. Durch Vermittlung kam es 1902 zu einem Friedensschluss. Zwei Jahre später trafen sich dreitausend Chilenen und Argentinier unter der Christusstatue und freuten sich über den verhinderten Krieg und eine neu gewonnene Freundschaft.

2004 gab es ein feierliches Jubiläum, an dem die Präsidenten beider Staaten teilnahmen und die Freundschaft ihrer Länder bekräftigten. Ich finde, ein bewegendes Mahnmal in einer Welt, die sich nach Frieden sehnt. Gut, dass es solche Fotos gibt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 18.02.2025 | 19:05 Uhr

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