Expeditionen ins Tierreich

Polens Osten - Zwischen Wisenten, Wölfen und Elchen

Mittwoch, 25. Januar 2023, 20:25 bis 21:10 Uhr
Samstag, 28. Januar 2023, 16:00 bis 16:45 Uhr

Der Osten Polens ist eine der letzten richtig wilden Regionen Europas mit Tieren, die anderswo längst verschwunden sind. Im Urwald von Bialowieza, an der Grenze von Polen und Belarus, leben rund 1.500 Wisente, riesige und ausdauernde Wildrinder. Die Niederungen in Biebrza bilden den größten Nationalpark Polens und sind für Biber, Fischotter und zahllose Wasservögel von größtem Wert. Doch selbst hier ist die Natur in Gefahr. Autobahnen und intensive Landwirtschaft machen auch vor der Natur im Osten Polens nicht halt. Doch noch zeigt die Natur hier einen Artenreichtum, der in Europa seinesgleichen sucht.

Die Rückkehr der Wisente

Wisente sind die größten Landtiere Europas. Bis 1927 wurden sie in freier Wildbahn ausgerottet. Alle heute lebenden Wisente stammen von nur zwölf übrig gebliebenen Zootieren ab. Eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. © NDR/Zorillafilm/Jens Westphalen&Thoralf Grospitz
Alle heute lebenden Wisente stammen von nur zwölf übrig gebliebenen Zootieren ab. Eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes.

Bis 1952 stand es schlecht um die Wisente. In freier Wildbahn waren sie ausgestorben, nur wenige Exemplare überlebten in Gefangenschaft. Dank eines internationalen Zuchtprogramms ist es gelungen, Wisente im Urwald von Bialowieza anzusiedeln. Dabei spielen sie für den Artenschutz eine bedeutende Rolle: Als sogenannte Lebensraumgestalter halten sie Wälder offen und sorgen für Strukturreichtum in der Landschaft. Dank ihres dichten Fells sind Wisente Kältespezialisten. Selbst Temperaturen weit unter minus 20 Grad Celsius sind für sie kein Problem.

Perfekter Lebensraum für Biber und Fischotter

Fischotter bewegen sich elegant, schnell und lautlos durchs Wasser. An der Biebrza kann man sie mit Glück auch mal an Land sehen, da sie hier noch recht ungestört ihren Aktivitäten nachgehen können. © NDR/Zorillafilm/Jens Westphalen&Thoralf Grospitz
An der Biebrza kann man Fischotter mit Glück auch mal an Land sehen, da sie hier noch recht ungestört ihren Aktivitäten nachgehen können.

Die Biebrza Niederungen sind ein Paradies für Biber und Fischotter. Über 100 Kilometer schlängelt sich das Flusstal durch die Landschaft. Hier finden die größten Nagetiere Europas und die agilen Wassermarder noch ausreichend Lebensraum und Nahrung. Die beiden ungleichen Nachbarn haben eine Gemeinsamkeit: mit ihrem dichten Pelz, der selbst eisige Kälte abhält, sind Biber und Fischotter hervorragend an ihren Lebensraum angepasst.

Eine große Wolfspopulation lebt hier

Wölfe durchstreifen den Urwald von Bialowieza im Osten Polens. Im ganzen Land gibt es inzwischen wieder etwa 2500 von ihnen. Das sind rund fünfmal so viel wie in Deutschland. © NDR/Zorillafilm/Jens Westphalen&Thoralf Grospitz
Wölfe durchstreifen den Urwald von Bialowieza im Osten Polens.

Etwa 2.500 Wölfe leben noch in Polen, rund vier- bis fünfmal so viele wie in Deutschland. Die Menschen haben sich mit den Rudeln arrangiert, selbst wenn sie im Winter näher an die Dörfer herankommen. Gefährlich sind die Wölfe allerdings für viele Wildtiere, selbst für Elche, die größte aller Hirscharten.

Wisente, Wölfe, Elche – sie leben in einer Region, die seit vielen Jahren Sperrgebiet ist an der Grenze von Polen zu Weißrussland. In dieser Abgeschiedenheit konnten sich die Bestände erholen und entwickeln. Der Krieg gegen die Ukraine ist nur wenige Kilometer entfernt, mit dramatischen Folgen, auch für die Tierwelt.

 

Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Kathrin Bronnert
Producer
Simon Riedel
Autor/in
Jens Westphalen
Thoralf Grospitz
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Produktionsleiter/in
Willy Polaszek

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Tiere