Können wir ins Jenseits blicken?

42 - Die Antwort auf fast alles

Samstag, 15. Juni 2024, 06:05 bis 06:35 Uhr
Montag, 17. Juni 2024, 11:55 bis 12:25 Uhr

Ein helles Licht am Ende eines Tunnels, ein Kurzfilm des eigenen Lebens und unbeschreibliche Glücksgefühle: So beschreibt der Hirnforscher Gerhard Roth seine Nahtoderfahrung. Damit ist er nicht allein, Tausende Menschen machen in jedem Jahr eine solche Erfahrung. Was steckt also dahinter?

Der Prozess des Sterbens soll entschlüsselt werden

Wissenschaftler beschäftigen sich intensiv damit, die Mechanismen einer solchen Erfahrung zu ergründen und herauszufinden, ob diese Menschen wirklich ins Jenseits geblickt haben. Während die meisten Betroffenen genau davon überzeugt sind, erklären Forscher die meisten Nahtoderfahrungen mit neurologischen Prozessen im Gehirn. Außerdem, argumentieren sie, sind die meisten Menschen mit Nahtoderfahrung "nur" klinisch tot und damit medizinisch gesehen noch lebendig. Mit modernen Verfahren können Wissenschaftler den Prozess des Sterbens immer genauer entschlüsseln und sagen, was dabei im Gehirn passiert.

Der "Algorithmus Sterben"

Doch eine Frage bleibt: Warum haben Menschen überhaupt solche Erlebnisse? Eine neue Studie stellt erstmals eine mögliche Erklärung dafür vor: Demnach könnte die Evolution dafür sorgen, dass der Mensch den Moment des Sterbens als möglichst angenehm erlebt. Deshalb sei das Gehirn darauf programmiert, Opioide auszuschütten oder alte, längst vergessene Erinnerungen auszugraben, wenn es aufs Ende zugeht. Der Neurologe Jens Dreier von der Charité Berlin spricht deshalb von einem "Algorithmus Sterben".

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