Angeklagte legen Geständnisse im Rechtsrock-Prozess ab
Zwei der fünf Angeklagten haben einen Teil der ihnen vorgeworfenen Taten eingeräumt. Sie sollen Musik bekannter Bands aus der rechten Szene europaweit verkauft haben.
Sie gaben beide vor dem Landgericht Lünburg an, leidenschaftliche Schallplatten-Sammler zu sein. Ein 35-Jähriger aus Bardowick (Landkreis Lüneburg) gilt als Rädelsführer und hat gestanden, einige Tonträger selbst produziert zu haben. "Ob es links oder rechts war, hat mich nicht so richtig interessiert", sagte er. Nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft hat das Gericht am Mittwoch den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Der Anteil der Rechtsrock-Platten an seinen Gesamtverkäufen sei eher gering gewesen, heißt es. Das meiste sei nicht strafrechtlich relevant.
Den Männern wird unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen
Seit 2018 soll der 35-Jährige zusammen mit den anderen Angeklagten nationalsozialistische, antisemitische und rassistische Parolen verbreitet haben. Die Männer zwischen 35 und 54 Jahren sollen mehr als 28.000 Tonträger verkauft haben. So sollen sie mindestens 285.000 Euro erwirtschaftet haben, heißt es in der Anklageschrift. Den Männern wird unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen. Auch sollen sie Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Gewaltdarstellungen verwendet haben. Die Plattencover zeigen in vielen Fällen verbotene Symbole des Nationalsozialismus.
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