Die Wittenborner Heide in der Wintersonne. © Stephan Gieske Foto: Stephan Gieske

Mild, sonnig, trocken: So war der Winter in Norddeutschland

Stand: 27.02.2025 17:45 Uhr

Mild, sonnig, trocken: Der zu Ende gehende Winter brachte keine neuen Rekorde, reiht sich aber in eine lange Reihe warmer Winter ein; zum 14. Mal in Folge war die kalte Jahreszeit zu mild. Das geht aus der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor.

Die Temperatur lag diesen Winter bundesweit bei durchschnittlich 2,1 Grad - und damit 1,9 Grad höher als in der Vergangenheit üblich. Außerdem war der Winter laut DWD "insgesamt deutlich zu trocken". Demnach fielen mit 155 Litern je Quadratmeter nur etwa 86 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags (181 Liter pro Quadratmeter). Gleichzeitig übertrafen die 194 Sonnenstunden das Soll der Vergleichsperiode (153 Stunden) deutlich. 

So arbeiten Meteorologen

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes vergleichen die aktuellen Temperaturen mit dem Durchschnitt der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.
Unter anderem aus statistischen Gründen berechnen die Forscher ihre Daten in ganzen Monaten, deshalb geht bei ihnen der Winter vom 1. Dezember bis zum 28. Februar - am Sonnabend beginnt somit ihr Frühling. Der kalendarische Frühling beginnt am 20. März.

Niedersachsen: Hohe Durchschnittstemperatur

In Niedersachsen lag die Durchschnittstemperatur bei 3,1 Grad und damit deutlich über dem langjährigen Mittelwert des Landes (1,2 Grad). Mit insgesamt 157 Stunden hatte Niedersachsen mehr Sonnenstunden als üblich (135 Stunden). Es fielen 153 Liter Regen und Schnee pro Quadratmeter und damit deutlich weniger als in der Vergangenheit üblich (177 Liter).

Schleswig-Holstein: Mehr Sonne als üblich

3,4 Grad betrug die Durchschnittstemperatur des Winters in Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland war damit laut DWD eine der mildesten Regionen in Deutschland. Das langjährige Mittel liegt für Schleswig-Holstein laut DWD bei 0,9 Grad. Die Niederschlagsmenge betrug rund 140 Liter pro Quadratmeter (Referenzperiode: 180 Liter pro Quadratmeter). Die Sonne schien mit 145 Stunden sieben Stunden mehr als im nördlichsten Bundesland üblich - aber deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt (194 Stunden).

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Mecklenburg-Vorpommern: Winter kälter als im Vorjahr

Kälter als im Vorjahr, aber trotzdem überdurchschnittlich warm ist der Winter in Mecklenburg-Vorpommern ausgefallen. Die Temperatur lag nach 3,7 Grad im Vorjahr nun im Schnitt bei 2,8 Grad. Die Temperatur ist damit aber immer noch deutlich höher als in der Vergangenheit üblich (0,2 Grad). Laut DWD fielen im Nordosten 106 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, früher waren es im Schnitt 130 Liter. Die Sonne schien rund 144 Stunden und entsprach damit dem Soll.

Hamburg: Viel Regen und doch zu trocken

Die durchschnittliche Temperatur lag diesen Winter in Hamburg bei 3,3 Grad. Früher waren es im Schnitt 1,2 Grad. "Niederschläge dominierten in Form von Regen", so der DWD. Insgesamt war der Winter in der Hansestadt aber zu trocken. Die Niederschläge summierten sich auf nur 124 Liter pro Quadratmeter - in der Vergangenheit waren es im Schnitt 174 Liter. Mit 145 Sonnenstunden lag dieser Wert über den Vergleichsdaten der Meteorologen von 134 Stunden.

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