Bei allem Verständnis: Aus der Politik raushalten gilt nicht
"Aus der Politik haltet ihr euch mal schön raus, ihr Christinnen und Christen!" Diesen energischen Hinweis hat Pastor Michael Ellendorf ich in letzter Zeit wieder öfters gehört.
Liegt bestimmt an dem aktuellen politischen Reizklima: kurzer, dafür heftiger Wahlkampf, und in Hamburg gleich doppelt. Nach dem Bundestag wählen die Hamburger am kommenden Sonntag auch noch die Bürgerschaft. Da liegen die Nerven schon mal blank. Aber, bei allem Verständnis: raushalten gilt nicht.
Als Christ befolge ich eine Reihe von Geboten
Einmal lebe ich als Christ in diesem Land, in dieser Stadt. Wie alle Bürgerinnen und Bürger denke ich politisch, beteilige mich an politischen Diskussionen und gebe bei Wahlen meine Stimme ab. Außerdem habe ich als Christ eine Reihe von Geboten zu befolgen. Zum Beispiel: "Die Fremdlinge, die bei dir wohnen, sollst du nicht bedrängen oder bedrücken." Und, "Flüchtlinge sollst du in Schutz nehmen."
Andere Gebote beziehen sich auf die Schöpfung: Mit der soll wir verantwortungsvoll umgangen werden; das Gegenprogramm also zu ausbeuten und zerstören. Weiter gibt es in der Bibel eine ausführliche Sozialgesetzgebung: Bedürftige Menschen sollen fraglos unterstützt werden, Schulden sollen in einem regelmäßigen Turnus erlassen werden. Wenn ich als Christ diese Gebote ernstnehme und befolge, hat das natürlich auch politische Konsequenzen. Darüber rede ich auch, laut und öffentlich. Raushalten ist nicht.
Ich weiß schon, wo ich mein Kreuz machen kann
Konkrete Wahlempfehlungen gebe ich natürlich nicht ab. Wenn ich diese Gebote im Kopf und im Herzen habe, weiß ich schon, wo ich mein Kreuz machen kann. Und wo nicht. Das traue ich anderen Menschen genauso zu.
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